Hast du dich auch schon mal dabei ertappt, wie du durch deinen Feed scrollst und plötzlich das Gefühl hast, die immer gleichen fünf Bücher zu sehen? Überall die gleichen Cover, die gleichen Hypes, die gleichen emotionalen Reaktionen. Es fühlt sich fast so an, als gäbe es nur noch eine Handvoll Bücher auf der Welt.
Das ist kein Zufall. Es ist das Werk von Algorithmen auf Plattformen wie TikTok (BookTok) oder Instagram (Bookstagram). Aber was macht das eigentlich mit uns und mit der Literatur, die wir so schätzen und lieben?
Wenn der Algorithmus zum „persönlichen DJ“ wird
Stell dir den Algorithmus wie einen DJ vor, der genau weiß, welcher Song dir als Nächstes gefällt. Er füttert dich mit Buchempfehlungen, die perfekt zu deinem bisherigen Verhalten passen. Das klingt erst mal bequem, hat aber mindestens zwei Haken:
Emotionen schlagen Fakten: Heute zählt oft nicht mehr die fundierte Plot-Analyse, sondern die pure Emotion. Ein Video von jemandem, der beim Lesen bittere Tränen vergießt, geht viral – die sachliche Kritik bleibt auf der Strecke.
Das Buch als „Trope“: Wir reduzieren Geschichten nur noch auf Handlungsmuster wie „Enemies to Lovers“. Das Buch wird zur standardisierten Ware, die eine garantierte emotionale Belohnung liefern muss. Wie eine Fast-Food-Bestellung: Man weiß vorher genau, was man bekommt.
Die Gefahr: Verlieren wir den Mut zur Reibung?
Als jemand, der gerne hinter die Fassade blickt, bereitet mir diese Entwicklung Sorge. Wenn wir das Denken den Algorithmen überlassen, laufen wir Gefahr, etwas Wertvolles zu verlieren: Die Tiefe.
Algorithmen hassen Reibung. Sie sortieren alles aus, was sperrig, komplex oder unvorhersehbar ist, weil es den flüssigen Konsum stören könnte. Das Ergebnis? Ein „geschmacksneutraler Nährbrei“, der zwar niemandem wehtut, uns aber auch nicht mehr herausfordert.
Wir verpassen die Bücher, die unser Weltbild erschüttern könnten, weil sie nicht in unsere personalisierte Filterblase passen. Wir geben unsere Autonomie ab und tauschen sie gegen Bequemlichkeit.
Dein Ausweg: So hackst du deinen eigenen Lesegeschmack
Hier sind drei Strategien, wie du deine literarische Freiheit zurückeroberst:
- Bau bewusste „Störfaktoren“ ein: Folge gezielt drei Accounts, die Bücher besprechen, die du eigentlich „hassen“ müsstest. Verwirr den Code! Nur so bricht deine Filterblase auf.
- Die analoge Überraschung: Nutze Social Media zur Inspiration, aber triff deine Wahl offline. Geh in eine Buchhandlung, schließ die Augen und greif nach einem Werk, das dir der Feed niemals gezeigt hätte. Trau dich, ineffizient zu suchen.
- Vertrau Menschen, nicht Codes: Such dir unabhängige Blogs (wie diesen hier!), die nach eigenen, menschlichen Kriterien sieben. Eine KI kann Datenpunkte verknüpfen, aber sie kann keine Begeisterung oder echte Relevanz fühlen.
Mein Fazit
Ein Algorithmus kann dir sagen, was dir gefallen könnte. Aber er wird dir niemals sagen, was dich wirklich verändern wird. Wahre Entdeckungen brauchen den Zufall, die Reibung und den Mut, auch mal gegen den Strom des Feeds zu schwimmen.
Und jetzt zu dir…
Hattest du auch schon mal das Gefühl, in einer literarischen Endlosschleife festzustecken? Wie brichst du aus deiner Komfortzone aus? Schreib es mir in die Kommentare – ich bin gespannt auf deine Strategien!
Bild erstellt mit Nano Banana


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