Wie findest du dein nächstes Lieblingsbuch? In einer Welt, die uns ständig mit neuen Empfehlungen und Listen überflutet, ist es gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten und die besonderen Schätze zu finden. Auf meinem Blog geht es mir vor allem um eines: die Freude an der Vielfalt. Ich liebe es, Titel zu entdecken, weit weg von den immergleichen Einheitsvorschlägen.

Ein Format, das diese Begeisterung für das Lesen teilt, ist der Podcast eat.READ.sleep. vom NDR. Die drei Hosts haben sich die Zeit genommen, ein paar Fragen zu beantworten, z. B. wie sie ihren Blick für das Besondere schärfen und was für sie den Zauber einer echten, menschlichen Empfehlung ausmacht.

​Mein Hör-Tipp: eat.READ.sleep. – Der NDR Bücherpodcast

​Der NDR Kultur Podcast eat.READ.sleep. feiert das Lesen in all seinen Facetten. Das Motto der drei Hosts Katharina Mahrenholtz, Jan Ehlert und Daniel Kaiser ist Programm: „eat.READ.sleep. – der Podcast, der das Lesen feiert: Lieblingsbücher, aktuelle Bestseller, Klassiker, leidenschaftliche Diskussionen und vor allem jede Menge Buch-Tipps.“. Alle 14 Tage gibt es eine neue Folge voller Inspiration.

​Du kannst den Podcast direkt hier bei ARD Sounds hören: Zum eat.READ.sleep. Podcast


4 Fragen zur literarischen Vielfalt an Katharina, Jan und Daniel

1. Was ist für euch das wichtigste Element einer menschlichen Buchempfehlung, das eine KI oder ein Algorithmus niemals ersetzen kann?

  • Jan: Für ihn steht die Empathie im Vordergrund – sowohl mit den Figuren, mit denen er mitfühlt, als auch mit den Autor*innen, die viel Herzblut investieren. Selbst bei Kritik sollte dieser Aspekt nie aus dem Blick geraten.

  • Katharina: Sie setzt auf den persönlichen Geschmack. Die Hörer wissen mit der Zeit genau, ob ein Tipp von ihr zu ihnen passt oder eben nicht.

  • Daniel: Er achtet auf seinen „Puls beim Lesen“. Er sieht sich nicht als kühler Analytiker, sondern berichtet authentisch und emotional von Leseerlebnissen, die „mit einem durchgehen“ können – eine Haltung, die an einem Menschen aus Fleisch und Blut hängt.

2. Wie bewahrt ihr euch die nötige Ruhe und Konzentration für ein Buch, wenn der Stapel der ungelesenen Bücher (SuB) im Nacken sitzt und stetig wächst?

  • Jan: Er liest konsequent ein Buch nach dem anderen und blendet alles andere aus. Dabei helfen ihm der Rückzug in ein ruhiges Zimmer oder Noise-Cancelling-Kopfhörer.

  • Katharina: Für sie ist ein großer Stapel keine Bedrohung, sondern eine wunderbare Verheißung.

  • Daniel: Bei ihm strukturieren mittlerweile die Podcast-Aufzeichnungstermine den Lesealltag. Auch wenn der Stapel wächst, blickt er gelassen auf den nächsten Urlaub.

3. Gibt es für euch einen bestimmten Ort oder eine Strategie, um Bücher zu entdecken, die auf keiner Bestsellerliste stehen?

  • Jan: Er nutzt regelmäßig den „Bücherbrief“ auf perlentaucher.de und sichtet gezielt Vorschauen kleiner Verlage. Auch Instagram wird für ihn eine immer größere Quelle.

  • Katharina: Sie durchforstet systematisch alle Vorschauen und achtet auf Tipps in Zeitungen oder auf Social Media, um Bücher zu finden, die sie selbst nicht auf dem Zettel hatte.

  • Daniel: Sein wichtigster „Ort“ ist das Gespräch, durch das er viele seiner liebsten Entdeckungen empfohlen bekam. Zudem lässt er sich von Klappentexten entzünden, wobei ihn Sprache und Ton auf den ersten Seiten sofort packen müssen.

4. Wenn ihr ein Buch noch einmal zum allerersten Mal lesen könntet: Welches wäre das und warum?

  • Jan: Er würde gerne noch einmal den „Rausch“ erleben, den Günter Grass’ Die Blechtrommel bei ihm ausgelöst hat, als es ihn während des Studiums völlig elektrisierte.

  • Katharina: Sie wählt Die Insel der Abenteuer von Enid Blyton. Es war ihr erstes Buch, bei dem sie von der ersten Seite an mit den Charakteren mitgelebt hat.

  • Daniel: Er nennt Höret die Stimme von Franz Werfel, da das Buch damals perfekt zu seiner Lebenssituation passte. Er betont, dass Bücher stark mit der eigenen Gegenwart mitschwingen und sich das Empfinden beim Lesen mit der eigenen Biographie verändert.

​Fazit: Warum der Mensch die beste Empfehlung bleibt

​Die Antworten haben mir gezeigt, dass Lesen weit mehr ist als das Abarbeiten von Listen. Es geht um Empathie, um den richtigen Moment im Leben und um den Mut, auch mal abseits der bekannten Pfade zu suchen.


​(Bildnachweis: ©Sinje Hasheider / NDR)

(Bildnachweis: ©Sinje Hasheider / NDR)