Buchrezension: Der Horla von Guy de Maupassant mit Illustrationen von Anna und Elena Balbusso

"Der Horla" von Guy de Maupassant erzählt in Tagebuchform die persönliche Geschichte eines Mannes, der zurückgezogen in einem Haus am Ufer der Seine in der Normandie lebt. Als eines Tages ein brasilianisches Segelschiff an seinem Haus vorbeisegelt, ändert sich sein Leben schlagartig.

Durch die Form des Tagebuchs ist der Leser gezwungen, die Welt ausschließlich durch die im Laufe der Handlung zunehmend unzuverlässige Perspektive des Erzählers zu sehen.

Der Schreibstil verändert sich im Laufe des Textes immer mehr. Am Anfang ist das Tagebuch noch klar und nüchtern geschrieben, verliert aber, je weiter der Text voranschreitet, an Form und wirkt von Seite zu Seite panischer. Der Wahnsinn, der den Protagonisten befällt, wird deutlich spürbarer. Wirklichkeit, Wahnsinn und Besessenheit vermischen sich immer mehr.

Die Illustrationen von Anna und Elena Balbusso passen wunderbar zur Geschichte und verursachen beim Anschauen ein beklemmendes Gefühl, was die Geschichte noch greifbarer werden lässt.

Im Nachwort von Ernst Sander erfahren wir die Hintergründe des Autors und der Geschichte, was beim Lesen die Geschichte in ein anderes Licht rückt.

Fazit

Ein rundum gelungenes Werk, was mit 80 Seiten recht schmal ist. Ideal für den kleinen Wahnsinn zwischendurch.


Buchrezension: Der Horla von Guy de Maupassant mit Illustrationen von Anna und Elena Balbusso vor einer Buchwand


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