Buchrezension: Codename: Sempo von Andreas Neuenkirchen

Das Buch "Codename: Sempo“  von Andreas Neuenkirchen gibt einen Einblick in das Leben von Chiune Sugihara, einem Mann, der kein Held sein wollte, aber wohl einer der größten Helden des 20. Jahrhunderts war.
 
Chiune Sugihara war zu Beginn des Zweiten Weltkriegs japanischer Diplomat, seinen Deckname, den er sich im diplomatischen Dienst zulegte, war „Sempo“.
 
Chiune Sugihara war offiziell Vizekonsul in Litauen. Inoffiziell spioniert er für das japanische Außenministerium die Truppenbewegungen der deutschen Wehrmacht und der Roten Armee aus. Angesichts der verzweifelten jüdischen Flüchtlinge, die sein Konsulat belagern, stellt Sugihara sein humanitäres Gewissen über die strikten Weisungen seiner Vorgesetzten. Entgegen den Anordnungen aus Tokio beginnt er, in einem wahnwitzigen Wettlauf gegen die Zeit "Visa" auszustellen und ermöglicht so Tausenden von Flüchtlingen die dramatische Flucht mit der Transsibirischen Eisenbahn durch die Sowjetunion nach Japan und in die Freiheit.
 
Der Autor schafft es, das Thema für die Leser zugänglich zu machen, ohne es zu verharmlosen. Durch die lebendige Erzählweise ist es weniger ein Sachbuch, eher eine Erzählung. Das Buch verdeutlicht, dass Sugiharas Handeln nicht aus einem luftleeren Raum kam, sondern tief in seinem persönlichen Empfinden von Gerechtigkeit verwurzelt war.
 

Fazit

Das Buch ist eine literarische Entdeckung, die eine wesentliche aber wichtige Lücke in der deutschen Erinnerungskultur schließt. Es ist schade und beschämend, dass wir in unserem Land so wenig über diesen stillen Helden wissen und sein Name in unseren Lehrbüchern nicht vorkommt.





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