Wer von uns hat nicht schon einmal davon geträumt, wie Phileas Fogg einfach alles stehen und liegen zu lassen, um (in 80 Tagen) um die Welt zu reisen? Geschrieben wurde diese und weitere spannende Abenteuer-Geschichten von Jules Verne; ein Namen der vielen Lesern heute noch bekannt ist. Aber wer war der verrückter Visionär hinter den Geschichten ?
Jules Verne war ein fleißiger Vielschreiber, frustrierter Künstler und genialer Rechercheur.
Vom Juristen zum "schreibenden Abenteurer"
Jules Verne (1828–1905) wurde das Talent zu schreiben nicht in die Wiege gelegt, oder besser gesagt, es war dort nicht erwünscht. Geboren in Nantes als Sohn eines Juristen, sollte er eigentlich die Kanzlei seines Vaters übernehmen. Für das Jura-Studium zog er extra nach Paris, doch sein Herz schlug für das Schreiben.
Interessant ist, dass Jules Verne anfangs gar nicht den großen Erfolg hatte. Er arbeitete zeitweise erfolglos als Börsenmakler, um seine Familie (er heiratete eine Witwe mit zwei Kindern) zu ernähren. Der entscheidende Wendepunkt in Vernes Autorenleben war die Begegnung mit dem Verleger Pierre-Jules Hetzel. Hetzel erkannte eine Marktlücke: Spannende Romane, die den Lesern vor allem Jugendlichen gleichzeitig naturwissenschaftliches Wissen vermitteln und Unterhalten sollten. Sein erster Roman für Hetzel, Fünf Wochen im Ballon, basierte auf der Idee, Afrika – einen damals kaum erforschten Kontinent – von oben zu erkunden. Jules Verne verknüpfte Fiktion mit harten wissenschaftlichen Fakten.
Jules Verne als Recherche-Maschine
Was mich als Buchliebhaber am meisten beeindruckt, ist Vernes Arbeitsdisziplin.
Morgens: Schreiben
Nachmittags: Recherche
Jules Verne war besessen von Informationen. Er abonnierte über 20 wissenschaftliche Zeitschriften und legte ein gigantisches Zettelsystem mit rund 20.000 Karteikarten an. Wenn er eine Info in einem Roman verarbeitet hatte, strich er sie durch. Er war ein Meister darin, das "Was wäre, wenn..." technisch glaubwürdig zu machen.
Ruhm, Reichtum und Bitterkeit
Mit Romanen wie Die Reise um die Erde in 80 Tagen landete Jules Verne einen Weltbestseller, der ihn reich machte. Die Geschichte entstand übrigens, weil er in einer Zeitung eine Werbung für eine neue Bahnstrecke in Indien las und sofort das Potenzial für einen Wettlauf gegen die Zeit erkannte. Die Theateradaption des Buches war im späten 19. Jahrhundert ein Event - mit echtem Elefanten auf der Bühne.
Doch trotz des Erfolgs blieb ein Wermutstropfen: Die elitäre Literaturwelt nahm ihn nie vollends ernst. Er galt als Autor für Jugendliche, als Unterhaltungsschriftsteller, nicht als "hoher Künstler".
Fazit: Warum wir Jules Verne heute noch lesen sollten
Jules Verne ist auch über 100 Jahre nach seinem Tod aktuell. Seine Bücher sind mehr als nur Technik-Vorhersagen. Sie sind Zeitkapseln einer Epoche, die an den Fortschritt glaubte, aber auch dessen Gefahren ahnte.
Jules Verne: Ein Genie der Zukunft
Hier sind die Werke von Jules Verne, die ich bereits gelesen haben. Viel Spass beim Stöbern.
Jules Verne - Das Karpatenschloss
Jules Verne - In 80 Tagen um die Welt
Jules Verne - Von der Erde zum Mond
Jules Verne - Fünf Wochen im Ballon
Jules Verne - Die Fünfhundert Millionen der Begum
Jules Verne - 20.000 Meilen unter dem Meer
Jules Verne - Die Reise zum Mittelpunkt der Erde


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