Ein veregneter Sommer des Jahres 1816, in einer Villa am Genfer Sees vertreiben der Dichter Lord Byron, sein Leibarzt John Polidori, Mary Shelley und ihr Mann Percy sich die Zeit damit Geschichten zu schreiben. Dies brachte nicht nur das Buch „Frankenstein“ hervor, sondern auch eine andere, ebenso einflussreiche Schöpfung: John Polidoris „Der Vampyr“. Doch diese Erzählung ist weit mehr als eine Geistergeschichte, sie ist die Geburtsurkunde des modernen Vampirs.
Die Handlung führt uns den jungen, idealistischen Aubrey vor, der auf seiner Tour durch Europa dem faszinierend-zweifelhaften Lord Ruthven begegnet. Ruthven ist der Inbegriff des dandyhaften Aristokraten: charmant, kalt und von einem Hauch des Morbiden umgeben. Als Aubrey erkennt, dass sein Begleiter Frauen ins Verderben stürzt und Gesellschaften korrumpiert, flieht er, doch das Schicksal, oder besser gesagt Lord Ruthven, holt ihn ein.
Das Besondere an Polidoris Werk liegt nicht im Blutsaugen an sich, sondern in der radikalen Neuerfindung der Figur. Vor ihm war der Vampir im Volksglauben ein plumpes Dorfmonster. Lord Ruthven jedoch ist etwas völlig Neues: ein Aristokrat. Er ist der erste Vampir in Salons statt auf Friedhöfen.
Um die Urheberschaft gab es diverse, teils heftige Debatten, ob die Idee nicht von Lord Byron selbst stammt. „Der Vampyr“ wurde zum europäischen Bestseller und löste eine Welle von Vampirromanen aus und etablierte Grundmuster, die bis heute noch gültig sind, lange vor Bram Stoker.
Fazit
War Vampire liebt, kommt an dieser Geschichte nicht vorbei.


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